Mit Entsetzen reagiert der FDP-Kreisverband Remscheid auf den Brandanschlag auf die Synagoge in Wuppertal am gestrigen Donnerstagnachmittag.Ein Mann hatte mehrere mit brennbarer Flüssigkeit gefüllte Beutel gegen einen Nebeneingang des Gebäudes geworfen und in Brand gesetzt, bevor er vom Tatort flüchtete. Der Brand konnte innerhalb weniger Minuten gelöscht werden. Die Polizei nahm im Anschluss den mutmaßlichen Täter fest, einen polizeibekannten 37-Jährigen mit afghanischer Staatsangehörigkeit. Nach bisherigen Erkenntnissen handelte er allein, verletzt wurde niemand.
„Wer eine Synagoge anzündet, will jüdisches Leben aus unserer Stadtgesellschaft vertreiben, das dürfen wir nicht zulassen“, sagt Torben Clever, Vorsitzender des FDP Kreisverbandes Remscheid. „Gut, dass die Polizei so schnell reagiert hat und niemand zu Schaden kam. Aber ein Anschlag mitten am Tag, nur eine halbe Stunde von uns entfernt, zeigt, die Gefahr ist längst nicht abstrakt, sie ist hier im Bergischen Land angekommen.“ Der Kreisverband weist darauf hin, dass sich der Anschlag nur wenige Tage vor Jom Kippur ereignete, dem höchsten jüdischen Feiertag und sich damit in eine Reihe antisemitisch motivierter Angriffe auf jüdische Einrichtungen der vergangenen Jahre einreiht.
„Sicherheitsbehörden müssen jüdische Einrichtungen nicht erst nach einem Anschlag im Blick behalten, sondern dauerhaft“, so Clever weiter. „Und für uns als Liberale gilt: Wer Hass gegen eine Religion in Gewalt umsetzt, gehört mit aller Konsequenz des Rechtsstaats verfolgt, unabhängig davon, welches Motiv und welche Herkunft am Ende festgestellt werden.“
„Auch wenn der Anschlag nicht in Remscheid stattfand, geht er uns als Nachbarstadt sehr nahe“, sagt der Fraktionsvorsitzende der FDP im Rat der Stadt Remscheid, Sven Chudzinski. „Unsere Gedanken sind bei der jüdischen Gemeinde in Wuppertal. Wir werden als Fraktion genau beobachten, wie die Stadtverwaltung mit dem Thema Sicherheit religiöser Einrichtungen umgeht und stehen für Gespräche bereit, wenn es dazu Gesprächsbedarf gibt.“


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